Mittwoch, 18. Mai 2016

Ostseekleid mit neuer Strickjacke

Mein drittes Nähprojekt vom Ostseenähwochenende: Ein Kleid nach einem New Look Schnitt ( Nr. 6067). Ich habe es an dem Wochenende ganz fertig bekommen, aber erst jetzt getragen, denn es ist ein recht dünnes Sommerkleid.



 Außerdem wollte ich unbedingt noch eine Strickjacke dazu machen.




Den schwarzgeblümten Stoff habe ich von hier. Er wird als zarter Sommerstoff beschrieben. Und zart ist er tatsächlich. So zart, dass ich das Kleid lieber komplett gefüttert habe. Vielleicht ist mit zart auch gemeint, dass die Farben sehr zart sind. Das Schwarz ist nämlich viel blasser als auf der Abbildung im Internet. Das hat mich aber nicht großartig gestört.



Bei der Stickjacke handelt es sich um die Gnarled Oak Cardigan von Alana Dakos. Gnarled Oak heißt ja übersetzt so viel wie "knorrige Eiche".
Die Anleitung ist aus dem Buch "Coastal Knits". Ich habe sie mir allerdings bei ravelry heruntergeladen.
Die Jacke wird in einem Stück von unten nach oben gestrickt. Wenn die Achselhöhe erreicht ist, strickt man zunächst zwei einzelne Ärmel, die dann an das Strickstück angefügt werden. Dann folgt die obere Passe. Ich muss sagen, das Muster war nicht ganz ohne. Wie eigentlich bei fast allen englischen Anleitungen ist von A-Z alles ganz toll beschrieben, daran lag es nicht. Trotzdem musste ich beim Stricken des Musters viele der Strickabkürzungen erst im Internet nachschlagen.



Die Wolle hatte ich noch vom vorletzten Lagerverkauf aus der Hamburger Wollfabrik, ein Baumwoll-Merino-Gemisch aus drei verschiedenen Grüntönen. Die Wolle kann man dort ja nur auf Konen kaufen. Dies hat den Vorteil, dass man keine Knäuelwechsel hat. Der Nachteil ist jedoch, dass die Wolle nicht verzwirnt ist. Und leider passiert es mir doch öfter mal, dass ich beim Stricken nicht alle Fäden erwische. Es bleiben dann unter Umständen häßliche Einzelfäden zurück, die man anschließend aber gut nach innen ziehen kann.






Beim heutigen MeMadeMittwoch gibt Katharina einen #mmmay16 Wochenrückblick.

LG Angela


Mittwoch, 11. Mai 2016

Bouclé-Kleid


Endlich ist schönes sommerliches Wetter. In der Natur wird alles grüner und grüner. Die Temperaturen in den letzten Tagen haben es sogar zugelassen ein Sommerkleid ohne Jacke zu tragen. Und deswegen zeige ich beim heutigen MMM mal mein Bouclé-Kleid, das ich am Sewing by the Sea Wochenende genäht habe:




Der Schnitt ist aus der Burda 2/2013 Modell 118. Das Kleid sitzt recht locker, es hat keinen Reißverschluss, ist nur leicht tailliert geschnitten. Ein wenig habe ich schon nachtailliert. Wenn ich es noch enger mache, was mir eigentlich besser gefallen würde, müßte ich wohl doch einen Reißverschluss einnähen.





Den Stoff habe ich auf dem Stoffmarkt gefunden. Er ist aus 100% Baumwolle, für so ein Kleid natürlich ideal. Ich habe ihn vorgewaschen. Dabei ist er ein gutes Stück eingelaufen und wurde leider auch etwas schwerer und dichter. Aber besser so, als wenn es beim fertigen Kleid passiert wäre.




Die Fransenborte ist aus dem Bouclé selbst hergestellt. Der Stoff ist aus blauem und rotem Garn gewebt, wobei jede Farbe in eine Richtung verläuft. Ich habe beim Ausfransen der Stoffstreifen die roten Fäden aus der einen Richtung entfernt, so daß die blauen übrig blieben.





Der Armausschnitt wird unterhalb des halben Ärmels mit einem Schrägstreifen versäubert. Ich habe hierbei ziemlich improvisiert, weil ich die Anleitung in diesem Punkt nicht richtig verstanden habe. Erklärende Abbildungen gibt es bei burda ja meistens nicht. Man baut da ganz auf die fortgeschrittenen Nähkenntnisse der Leserschaft.









 




Bouclé-Stoffe sind ja doch etwas schwerer zu finden, aber ich will das Kleid auf jeden Fall nocheinmal nähen, sobald mir nochmal ein schöner Bouclé-Stoff über den Weg läuft. Das Nähen hat hier auf jeden Fall Spaß gemacht und dazu ging es noch relativ schnell.

Ich freue mich, wieder beim heutigen MeMadeMittwoch dabei zu sein, und die vielen selbstgenähten Projekte zu bewundern.

LG Angela

Mittwoch, 4. Mai 2016

Retrokleid


Der Frühling ist ja jetzt wirklich im Anmarsch. Es wird endlich Zeit für die entsprechende Kleidung, z.B. für dieses Kleid, mit dem ich mich beim heutigen MeMadeMittwoch in dieser wunderbaren kurzen Arbeitswoche zeige. Heute abend fängt das lange Wochenende schon an, herrlich!!!!!


Das Kleid ist eine Art Hemdblusen-Retrokleid. Mir gefielen die aufgesetzten Taschen so gut, die Klappen sind nur Fake. Den Gürtel habe ich mir aus einer alten Gürtelschnalle einer Kaufhose zurecht gebastelt.





Das (Eingrößen-) Schnittmuster für dieses Kleid ist aus dem Jahre 1970 von McCall´s. Ich stöbere so gerne bei Etsy nach alten Schnitten und habe dann dieses entdeckt und in Kanada bestellt.



Genäht habe ich das Kleid aus einem dünnen schwarzen Blusenstoff. Das Kleid hat einen Reißverschluss im Vorderteil und eine Kellerfalte, die man nach dem Waschen immer schön einbügeln muss. Die Falte wird oberhalb nochmal abgesteppt.






Ich würde das Kleid jederzeit wieder nähen. Dieses hier sitzt recht locker. Das nächste würde ich wahrscheinlich noch etwas mehr taillieren. Ich liebe es besonders im Frühjahr/Sommer Kleider zu tragen. Mit einem Kleidungsstück ist man fertig angezogen. Außerdem kann ich dazu endlich meine Strickjacken tragen.


Tolle neue Nähprojekte der anderen Mitnäherinnen könnt Ihr wie jeden Mittwoch beim MeMadeMittwoch bewundern.

LG Angela

Mittwoch, 27. April 2016

Trenchjacke und Ginger flared

Beim heutigen MMM zeige ich ein sehr klassisches Outfit bestehend aus meiner neuen Trenchjacke nach einem Ottobre-Schnitt (5/2010) und einer zweiten Version der Ginger flared. Mir gefallen diese Schlaghosen einfach unheimlich gut. Letzte Woche habe ich diese hier gezeigt.







Angefangen hatte ich die Jacke beim Sewing by the Sea Wochenende als mein Drittprojekt:







Der rückwärtige Riegel ist so vorgesehen, die rückwärtige Passe habe ich noch ergänzt. Außerdem habe die Taillennaht weggelassen:









Das Futter:


 

Das Shirt ist übrigens eine Version der Belcarra Blouse von Sewaholic aus einem schlichten weißen Blusenbaumwollwebstoff.

Die Ginger-Jeans ist aus einem mittelblauen Jeansstoff vom Stoffmarkt, der sich noch ein bisschen auswaschen sollte.


Der Stoff für die Jacke ist von Mahler. Wirklich eine super Stoffqualität, sehr fest, glatt und dicht.
ABER: Das Einnähen der Ärmel war kein Vergnügen, um nicht zu sagen, es war eine Katastrophe!!!!
Der Stoff dehnt sich kein bisschen. Man soll zwar einen Ärmel nicht einnähen, indem man das Armloch dehnt, sondern den Ärmel einhält. Das habe ich auch so probiert. In meinem Burda-Nähbuch ist eine tolle Anleitung dazu, mit der ich prinzipiell immer ganz gut zurecht kam. Hier nur leider nicht, denn am Ende hatte ich Puffärmel und irgendwann keine Geduld mehr. Deswegen ist der Ärmel jetzt halt reingepfuscht.
Ein Kenner sieht das sofort. Aber ich habe beschlossen, dass ich es so lassen werde. Vielleicht lasse ich mir diesen Arbeitsschritt mal von einem Profi zeigen...

Die Fotos habe ich schon letzten Samstag gemacht. Inzwischen gibt es hier ja einen kleinen Kälteinbruch...

Das schlechte Wetter habe ich genutzt, um dies hier für meinen Sohn (großer Star-Wars-Fan) zu häkeln:



Ich will mir meine Nählaune aber nicht durch das schlechte Wetter verderben lassen und setze beim Nähen weiterhin auf Frühlingskleidung. Mal sehen wie es den anderen beim heutigen MeMadeMittwoch geht.

LG Angela

Mittwoch, 20. April 2016

Grace und Ginger

Grace und Ginger,  meine neue Kombination:




Von dem Lady Grace Blazer aus Jersey/Sweat bin ich ja sehr begeistert. Erstens hat das Nähen unheimlich viel Spaß gemacht. Und zweitens ist der Tragekomfort super. Es existiert eine tolle bebilderte Anleitung und zusätzlich noch eine Videoanleitung, die wirklich alle Unklarheiten ausräumt. Damit ich diesen Blazer gut kombinieren kann, habe ich mich fürs erste für ein simples Grau entschieden. Ich werde den Blazer aber definitiv noch in anderen Farben nähen.


Den Ginger-Schnitt hatte ich ja schon mal hier getestet.


Ich wollte aber unbedingt noch die Schlaghosen-Variante nähen. Und sie hat wirklich ordentlich "Schlag"!
Ich könnte mir auch gut noch eine Variante mit etwas weniger Schlag vorstellen.



Diesmal habe ich einen sehr stretchigen Stoff verwendet. Es ist eine Art Jeansstoff von Mahler, sehr dunkel, geht schon fast ins gräuliche.


Das Problem mit den verdrehten Hosenbeinen bekomme ich auch so allmählich gelöst. Hier taucht es nur bei dem linken Bein noch ein wenig auf. Ich bin jetzt folgendermaßen vorgegangen, um dieses blöde Phänomen zu vermeiden:
1. Hosenbeine nicht in doppelter Stofflage zuschneiden, sondern wirklich einzeln
2. Den Fadenlauf vorher auf den Stoff aufzeichnen und beim Zuschnitt ganz genau beachten
3. Fehler können trotzdem noch auftauchen, besonders bei sehr stretchigen Stoffen, die sich stark verzogen haben. Wenn ich genügend Stoff habe, versuche ich die Schnitteile auf möglichst unverzogene Stoffabschnitte zu legen.

Heute gibt es beim MeMadeMittwoch eine kleine nette Abwechslung: Ein nähender Mann präsentiert sein selbstgenähtes Hemd!!

LG Angela




Mittwoch, 13. April 2016

Culottes



Auf einmal tauchen "Culottes" als Mode-Trend wieder auf. Früher hießen sie ja einfach "Hosenrock" und ich habe sie in meiner Kindheit/Jugend oft getragen. Ich kann mich noch gut an das angenehme Tragegefühl erinnern. Deswegen habe ich mich auch sehr leicht von dem Trend anstecken lassen und wollte mir unbedingt eine Culottes nähen. Letztens habe ich auf einem italienischen Blog einen Schnitt entdeckt, der mir spontan super gefallen hat. Es handelt sich um eine lange, weite Variante einer Culottes:








So sieht es eher hosenmäßig aus








hier ist man sich nicht sicher
 
und hier eher wie ein Rock

Das Schnittmuster kann man zusammen mit einer englischsprachigen Anleitung gratis als PDF herunterladen. Nachdem ich dies getan hatte und die 35 Seiten endlich zusammengeklebt waren, musste ich leider feststellen, dass jetzt noch Abpausarbeit angesagt war, denn die Schnittmusterteile lagen übereinander. Die Versuchung war groß, das ganze Projekt wieder abzublasen, aber o.k. ich habe dann doch weitergemacht.

Bei Alfatex gab es gerade heruntergesetzte Blusenstoffe (hauptsächlich Karos). Darunter war auch ein etwas dickerer, dunkelgrauer, blickdichter Blusenstoff. Da der Stoff recht günstig war, habe ich ihn mal mitgenommen. Der Stoffverbrauch liegt bei ca. 2,70 m + ungefähr die gleiche Menge nocheinmal fürs Futter.

Den Futterock habe ich zunächst ganz nach Anleitung angefertigt und eingenäht, um dann zu merken, dass der Hosenrock vorher ohne Futter viel besser aussah. Durch das Futter wurde er viel zu voluminös und unnötig schwer. Also habe ich das Futter wieder rausgetrennt. Der Stoff ist ja auch ausreichend blickdicht.


Ich freue mich und bin wie jeden Mittwoch neugierig, was andere beim MeMadeMittwoch so genäht haben.

LG Angela





Mittwoch, 6. April 2016

Minoru

Es wird ja doch so langsam Frühling. So langsam kann man wirklich auf Winterklamotten verzichten.
Ich freue mich besonders über meine praktische Minoru-Jacke nach dem Schnittmuster von Sewaholic. Aber hier erstmal ein paar Tragefotos:




Das Futter mit der Innentasche:



Die einzige vorgesehene Tasche. Das war mir zu wenig. Ich habe daher noch Seitentaschen eingenäht:





Ich habe die Jacke wirklich sehr oft an. Es ist einerseits eine Art Outdoorjacke, die aber durch die Taillierung, die Raffungen am Kragen durchaus stadttauglich ist. Ich bin da nämlich sehr altmodisch und laufe nicht gerne in Outdoorjacke durch die Stadt.
Der Stoff ist von Gädtke aus Hamburg. Es ist ein sehr dichter fester zweifarbiger Outdoorstoff: außen blau und innen grau oder auch umgekehrt. Das ist ganz praktisch, denn die Kapuze wird laut Anleitung nicht gefüttert. Ich hätte es nicht so schön gefunden, wenn eine häßliche linke Stoffseite sichtbar gewesen wäre. Theoretisch läßt sich die Kapuze zwar in den Kragen einrollen. Das mache ich aber so gut wie nie. Weil der sowieso schon voluminöse Kragen dadurch noch dicker wäre.
Die Jacke muss man entweder oben ein paar Zentimeter offen tragen oder ein Tuch oder einen Schal darunter tragen, denn sonst steht der riesige Kragen so komisch ab.

Die dem Schnitt beiliegende Anleitung von Sewaholic ist wie immer super. Es gibt auf der Homepage zusätzlich noch ein Tutorial, in dem z.B. erklärt wird wie man die Reißverschlussoberkante sauber näht. Wenn man da durchgestiegen ist und es nachmachen kann, sieht das Ergebnis tatsächlich super aus.

Den heutigen MeMadeMittwoch präsentiert Wiebke in einer tollen Kleid/Mantel-Kombination.